Botschafter des Ungewissen. Elemente einer literarischen Medienkritik bei Kafka und Musil
The German Graduate Student Governance Association of the University of Cincinnati and the editors of the graduate student journal Focus on German Studies present the Thirteenth Annual Focus Graduate Student Conference held on October 31- November 1, 2008 at the University of Cincinnati:
Der Vortrag Botschafter des Ungewissen beschreibt an zwei Autoren der klassischen Moderne die Wechselwirkungen von Literatur und Mediengeschichte zu Beginn des 20.
Jahrhunderts. Er liest die literarische Reflexion der Printmedien in Robert Musils Roman Der Mann ohne Eigenschaften gegen Martin Heideggers Begriff des
Geredes und kontastiert die kinematographischen Wahrnehmungsexperimente Franz Kafkas in den Tagebücher sowie seine Verwendung von Film und Photographie in dem Roman-Fragment Der
Verschollene punktuell mit der Medienästhetik Walter Benjamins. Die These des Vortrags lautet, dass die literarische Betrachtung medialer Repräsentationen die
Authentizitätsansprüche der Presseberichterstattung und der visuellen Medien untergräbt. Literatur etabliert sich im Gegenzug als Akteur, der die Ungewissheit medialer Konstruktionen affirmativ
aufgreift.
Mein ausdrücklicher Dank gilt Dr. Klaus Wagenbach, der mir großzügigerweise die beiden Kafka-Photografien aus seinem Archiv bereitstellte. Überdies bedanke ich mich bei Frau Dr. Carolin Duttlinger für die Erlaubnis, die Bilder von Arthur Holitscher aus ihrem Buch Kafka and Photography zu verwenden.