Eine Krisenlösungsstrategie in der Krise?
Das Seminar widmet sich der Relation von Krise und Kulturtheorie. Seine Grundannahme ist die, dass das Verhältnis der beiden nicht nur eng, sondern nahezu konstitutiv war. Dies soll durch eine gründliche Re-Lektüre kulturtheoretischer Basistexte (Herder, Marx, Nietzsche, Freud) und deren Kontextualisierung in den ersten Seminarwochen gezeigt werden. Meint Krise den Scheitelpunkt des Krankheitsverlaufs, worunter beispielsweise die Anamnese der Krankheit und/oder das Einsetzen einer Therapie verstanden werden können, so fungieren Kulturtheorien auf ähnliche Weise: als narrative Beschreibungen und Kausalitätszuweisungen – und nicht selten als Korrektur- und Bewältigungsmechanismen historischer Konstellationen. Sodann fragt die Veranstaltung, ob sich das Verhältnis von Krise und Theorie – möglicherweise irreversibel – verändert hat. Diese Frage soll im zweiten Teil des Semesters im Hinblick auf aktuelle Ereignisse – Stichwort: Finanzkrise, ökologische Katastrophe – und anhand zeitgenössischer kulturtheoretischer Reflexionen beantwortet werden.
Lektüreempfehlungen:
Eagleton, Terry (2004): After Theory, Penguin Group.
Moebius, Stefan/Quadflieg, Dirk (Hrsg.) (2006): Kultur. Theorien der Gegenwart, VS.
Müller-Funk, Wolfgang (2006): Kulturtheorie. Einführungen in Schlüsseltexte der Kulturwissenschaften, UTB.