AUFBAUMODUL Literaturgeschichte Neuzeit: Literaturtheorie I

Psychoanalytische Literaturtheorie - Eine anwendungs- und problemorientierte Einführung

Das Seminar beschäftigt sich mit der psychoanalytischen Literaturtheorie. Zu diesem Zweck geht es zu den Schriften Sigmund Freuds zurück, wo es die Entstehung der Psychoanalyse in Werkauszügen verfolgt. Für die psychoanalytische Literaturinterpretation relevante Konzepte, wie ‚Wunscherfüllung‛, ‚Verschiebung‛, ‚‚Verdichtung‛, ‚Primär‛- und ‚Sekundärprozess‛, ‚Bewusstes‛ und ‚Unbewusstes‛, werden dafür zunächst im Kontext der Traumdeutung (1899/1900) erörtert. Sodann fokussiert die Veranstaltung Freuds ‚Entdeckung‛ des Unbewussten (in der Interpretation von Traumprotokollen) und prüft die Anwendbarkeit der Techniken für die Deutung literarischer Texte. Im Anschluss daran stehen Literaturinterpreta-tionen des Psychoanalysegründers im Mittelpunkt. Dabei gilt seiner Sozialisationstheorie ein besonderes Augenmerk. Über Freuds ambivalentes Verhältnis zum Dichter – als Bundesgenosse und/oder Analysand – wird eine Brücke zur Beziehung von früher Psychoanalyse und klassischer Moderne geschlagen; diesbezüglich kommen verschiedene Autoren (Hugo von Hofmannsthal, Robert Musil) zu Wort. Abschließend werden unterschiedliche Texte der Sekundärliteratur zu Rate gezogen, die zum einen die problematische Relation von literarischer Moderne und Psychoanalyse erhellen und andererseits methodische Schritte zur Lösung der Problematik anbieten.


Alle Texte liegen in Kopie vor; Interessierte seien zudem auf den Semesterapparat verwiesen.

Di 12-14 Rubenowstr. 1, HS 2